Market what?

Market Gardening & Solawi – zwei Konzepte, die perfekt zusammenpassen

Vielleicht hast du schon mal von Market Gardening gehört – oder von Solawi, der Solidarischen Landwirtschaft. Beides sind Ansätze, die in den letzten Jahren richtig Fahrt aufgenommen haben. Und das aus gutem Grund: Sie zeigen, wie nachhaltige Landwirtschaft auch auf kleiner Fläche funktionieren kann – lokal, gemeinschaftlich und zukunftsfähig. Und zusammen? Noch besser.

Was genau ist Market Gardening?

Market Gardening ist eine Form des Gemüseanbaus, die richtig durchdacht ist: kleinflächig, intensiv, bodenschonend – und voll auf Direktvermarktung ausgerichtet. Ursprünglich kommt das Konzept aus Frankreich und Kanada, aber inzwischen ist es auch hier in Deutschland angekommen und wird richtig professionell betrieben.
Anders als bei klassischen landwirtschaftlichen Betrieben wird hier nicht auf Masse, sondern auf Vielfalt und Qualität gesetzt. Die Gärtner*innen arbeiten auf festen Beeten, oft ohne schwere Maschinen, dafür mit cleveren Tools und ganz viel Know-how. Ziel ist es, das Beste aus jeder Beetreihe rauszuholen – und dabei den Boden sogar noch besser zu hinterlassen, als man ihn vorgefunden hat.

Ein paar Dinge, die Market Gardening ausmachen:

  • Es wird sehr effizient gearbeitet – mit genauem Anbauplan, Voranzuchten und mehreren Ernten pro Jahr.
  • Statt riesiger Felder gibt’s bunte Vielfalt auf kleinstem Raum – das sieht nicht nur schön aus, sondern sorgt auch für stabile Erträge.
  • Die Ernte landet meist direkt bei den Menschen in der Region – auf Wochenmärkten, in Abokisten oder eben in einer Solawi.

Kurz gesagt: Market Gardening zeigt, dass auch ohne riesigen Traktor und Hektarweise Fläche richtig gutes Gemüse produziert werden kann – und dabei ökologisch und wirtschaftlich erfolgreich ist.

Und was ist nochmal eine Solawi?

Solawi steht für Solidarische Landwirtschaft – und bedeutet: Verbraucherinnen und Erzeugerinnen tun sich zusammen, um gemeinsam Landwirtschaft zu gestalten.
Die Idee ist ziemlich simpel, aber stark: Eine Gruppe von Menschen trägt gemeinsam die Kosten für einen landwirtschaftlichen Betrieb – und bekommt im Gegenzug einen Anteil der Ernte. Dabei geht’s nicht nur ums Gemüse, sondern auch um Wertschätzung, Fairness und Verantwortung. Wenn’s gut läuft, profitieren alle. Wenn’s mal eine schlechte Saison gibt, tragen alle das Risiko gemeinsam.
Solawis sind oft viel mehr als nur ein Ort, wo die wöchentliche Gemüsekiste abgeholt wird. Viele Menschen bringen sich aktiv ein – beim Ackern, beim Ernten, beim Planen. Es entsteht eine echte Gemeinschaft rund um gutes Essen und gesunde Böden.

Market Gardening und Solawi – das ist fast wie gemacht füreinander.

Die kleinstrukturierte, vielfältige Anbauweise im Market Gardening passt perfekt zur bedarfsorientierten Versorgung einer Solawi. Statt Großhandel und Supermarkt gibt’s hier kurze Wege, frisches Gemüse und direkte Beziehungen. Und weil Market Gardening so effizient ist, lassen sich auch kleinere Solawi-Projekte gut versorgen – ohne riesige Flächen oder teure Maschinen.

Außerdem profitieren beide Seiten voneinander:

  • Die Gärtnerei bekommt Planungssicherheit durch feste Beiträge der Mitglieder.
  • Die Solawi-Mitglieder bekommen frisches, saisonales Gemüse – und Einblick in den Anbauprozess.
  • Und ganz nebenbei wächst ein gemeinsames Verständnis für Landwirtschaft, Ernährung und Natur.

Market Gardening und Solawi zeigen, wie Landwirtschaft heute anders gehen kann – näher dran an den Menschen, den Böden und den echten Bedürfnissen. Beide Konzepte machen Mut, weil sie konkret zeigen: Eine andere Art des Wirtschaftens ist möglich. Und sie lässt sich direkt vor der eigenen Haustür umsetzen.